Das gemeinsame Klimaziel bis 2050, über 90% der Treibhausgasemissionen zu reduzieren, ist hinlänglich bekannt. Etliche Umsetzungsideen und -möglichkeiten bestehen schon und trotzdem findet der Wandel nach Ansicht der Multivision e.V. viel zu langsam statt. 

Multimedial aufbereitet

Am Berufskolleg Simmerath/Stolberg fand daher am Mittwoch, 08.09.2021, eine multimediale Veranstaltung statt, in der potenzielle Maßnahmen und Ideen thematisiert wurden, wie der Klimanotstand noch abgewendet werden könnte. Es ging in der Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern u.a. darum, wie Mobilität in Zukunft aussehen kann. Ein direkter Vergleich der unterschiedlichen Mobilitätsformen zeigte im Rahmen der Veranstaltung auf, dass die Elektromobilität gegenüber Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen deutlich im Vorteil ist. Noch weniger erfolgreich in der Energiebilanz schnitten E-fuels Fahrzeuge ab, die lediglich 13 % der eingesetzten Energie verwerten können. Auch, wenn die Elektromobilität sich mit 72 % nach Darstellung des Umweltvereins bislang am effektivsten darstellt, wurde in der Schülerschaft hitzig darüber diskutiert, ob die Elektromobilität für viele junge Menschen überhaupt finanziell darstellbar ist.

Klimaschutz sozial gestalten-kann das gelingen?

Die Kunst wird nach Ansicht des Umweltberaters des Berufskollegs Simmerath/Stolberg, Rolf Oebel, zukünftig darin bestehen, dass es der Politik gelingt, auf der einen Seite Klimaschutzziele zu formulieren, aber auf der anderen Seite sie so sozial auszugestalten, dass auch junge Menschen sich die anvisierten Klimaschutzmaßnahmen leisten können. So war es naheliegend, dass die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik, Frau dos Santos Firnhaber (CDU), Herr Benner (Bündnis 90/ Die Grünen) und Herr Schwuchow (SPD) unterschiedliche Lösungsansätze vorstellten. Autonom fahrende Shuttlebusse, wie z.B. der E. go Mover aus Aachen könnten eine nahende Zukunftslösung darstellen, wie man perspektivisch sogar ganz auf den Gebrauch von eigenen Autos verzichten kann, indem man den ÖPNV stärker individualisiert. Der Einwände der Schülerinnen und Schüler ließ auch dort nicht lange auf sich warten, da die Befürchtung ihrer Ansicht nach groß ist, dass das autonome Fahren den Beruf des Berufskraftfahrers gefährden könnte. So zeigte das Für und Wieder von Veränderungen zugunsten des Klimas die Problematik des Wandels auf. Auch nach Beendigung der Veranstaltung konnte man erkennen, dass der Gesprächsbedarf bei den Schülerinnen und Schülern nachhaltig war und die Vertreterinnen und Vertreter der Politik intensiv nach Lösungen befragt wurden.

Autor: R. Oebel

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