Sie befinden sich hier:
zurück

Ich würde es immer wieder machen!

25.11.2009

Quelle: Eigener Bericht

Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs berichten über ihre Auslandspraktika

Angehende Erzieherinnen, Industriekaufleute, Biologielaboranten und Zimmerer berichteten am 19. November 2009 im Rahmen einer Informationsveranstaltung über ihre vielfältigen Eindrücke, die sie während eines drei- oder vierwöchigen Auslandspraktikums im Rahmen von Leonardo da Vinci-Programmen und der Zusatzqualifikation „Europa-Assistent im Handwerk" gewonnen haben. Sie hatten in Spanien, Frankreich, Schweden, Finnland, Polen und der Türkei in ihrem Ausbildungsberuf gearbeitet und dabei nicht nur Erfahrungen gesammelt und ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessert, sondern auch den Alltag in einem anderen Land kennengelernt.

Vor einem interessierten Publikum, das aus Vertretern der Ausbildungsbetriebe, der IHK und HWK, sowie Schülern, Eltern und Lehrern bestand, stellten die Schülerinnen und Schüler „ihr" Land und „ihren" Praktikumsbetrieb vor, berichteten anhand von Bildmaterial anschaulich von ihren gewonnenen Erfahrungen und strahlten dabei rundum Begeisterung aus. „Ich würde es immer wieder machen", lautete das Fazit von Lukas Dohmen, einem angehenden Industriekaufmann und auch Matthias Loewenthal, der eine Ausbildung zum Zimmerer absolviert, meinte am Schluss seines Vortrags: „Ich kann ein Praktikum im Ausland wirklich nur jedem empfehlen."

Seit vielen Jahren bereits bietet das Berufskolleg Auszubildenden aus unterschiedlichen Berufen an, im Ausland ein Praktikum zu machen. Und immer schwappt eine positive Welle durch die Schule, wenn die Rückkehrer wieder auf heimatlichem Boden sind. Sie wachsen an den im Ausland gewonnenen Erfahrungen und das wirkt sich nicht nur gut auf die schulischen sondern auch auf die betrieblichen Leistungen aus.

Sonja Martini und Andrea Franzen arbeiteten in Kindergärten in Spanien und bekamen einen Einblick in den Alltag des Bildungssystems des Landes. Ähnlich wie die angehenden Industriekaufleute Daniela Breuer, Jacqueline Gensrich, Janina Behle und Stephanie Schmidt mussten sie sich erst an die hohen Temperaturen und an den Tagesablauf mit Siesta gewöhnen. Die Industriekaufleute, die unter anderem auch bei einer Radiostation arbeiteten, konnten durch vielfältige Verwaltungsaufgaben ihre Sprachkenntnisse ausbauen und verbessern. Dazu trugen auch die spanischen Kollegen mit ihrem freundlichen Empfang bei.

In Frankreich wurde Gastfreundschaft ebenfalls groß geschrieben. Katharina Heinrichs und Carina Esser arbeiteten beide in Unternehmungen in Lyon. „Die Leute waren sehr hilfsbereit. Fragen von uns wurden immer beantwortet und deswegen haben wir nach ein paar Tagen auch keine Hemmungen mehr gehabt, französisch zu sprechen, auch wenn wir wussten, dass das nicht fehlerfrei war", erzählte Katharina Heinrichs. Auch Matthias Loewenthal, der in einer Zimmerei in Südfrankreich arbeitete, zeigte sich begeistert vom höflichen Umgangston seiner Kollegen und von der französischen Handwerkskunst. „Ich war an verschiedenen Baustellen eingesetzt und habe an alten Gebäuden viele interessante Konstruktionen gesehen. Allerdings habe ich direkt am ersten Tag das Wetter falsch eingeschätzt und einen Sonnenbrand bekommen, weil es im September mittags immer noch über 35 Grad heiß war."

Keinen Sonnenbrand, dafür 24 Stunden Tageslicht erlebte Nicole Fischer, die in Finnland in einem Produktionsbetrieb für ergonomische Bürostühle ihr Praktikum als angehende Industriekauffrau absolvierte. „Ich war mitten auf dem Land und habe in einem Unternehmen gearbeitet, in dem die Unternehmensphilosophie unheimlich wichtig war. Zum Glück können die Finnen alle sehr gut Englisch. Deswegen gab es für mich keine Sprachprobleme - Finnisch ist nämlich verdammt schwer und man versteht gar nichts." Auch Andreas Frenken stellte fest, dass er mit Englisch in Schweden gut zurecht kam. Er arbeitete in einer kleinen Zimmerei nordöstlich von Karlstadt und lernte, wie man in Schweden Häuserfassaden baut, „ganz ohne Schrauben, denn die sind dort ziemlich teuer." Die Arbeit in einem Ein-Mann-Betrieb war für ihn eine neue Erfahrung. „In meinem deutschen Ausbildungsbetrieb, der viel größer ist, gibt es viele Hierarchieebenen und die Aufgaben für jeden einzelnen sind genau festgelegt. In Schweden habe ich viele unterschiedliche Arbeiten durchgeführt und bekam auch bald eigenverantwortliche Aufgaben übertragen." Die zukünftige Biologielaborantin Marieke Scheffen verständigte sich in Schweden ebenfalls auf englisch - sie arbeitete in einer internationalen Forschungsstation für Meeresbiologie. „Die Landschaft war traumhaft. Ich habe direkt am Meer an einer Fjordmündung gelebt und in einem internationalen Team gearbeitet. Die Praktikumsstelle habe ich mir selbst gesucht, weil ich mich schon immer für Meeresbiologie interessiert habe." Während ihres Praktikums führte sie verschiedene Versuchsreihen durch und wertete sie aus.

Dagegen mussten die angehenden Erzieherinnen Carolin Kuck und Anna Kruff feststellen, dass Englisch in ihren Prakttikumsländern nicht oder nur sehr selten gesprochen wurde. Carolin Kuck arbeitete drei Wochen in einen Kindergarten in Polen und stellte fest, dass dort die Gruppen mit bis zu dreißig Kindern viel größer als in Deutschland waren. Anna Kruff absolvierte ihr Praktikum in einem türkischen Kindergarten in Izmir. „Ich habe vor meinem Praktikum ein bisschen Türkisch gelernt. Bei der Arbeit mit den Kindern habe ich dann meine Kenntnisse ausbauen können." Trotz der Verständigungsprobleme zogen die beiden Erzieherinnen ein positives Fazit: „Wir haben viel gelernt - über andere Menschen und Mentalitäten, andere Arbeits- und Lebensweisen. Das hat uns sehr viel gebracht."

21.11.2009
Dr. Birgit Lahaye

 

 

weitere Informationen

Keine weiteren Informationen vorhanden.