'Your Beauty AG' geht auf den Markt - Schülerfirma der Klassen BG 95 und 96
30.12.2009
Quelle: Super Mittwoch vom 30. 12. 2009
Schülerfirma am Berufskolleg in der Gründungsphase - Senioren-Experte hilft beim Start
Stolberg. Schüler der Klassen BG 95 und BG 96 des Berufskollegs Simmerath/Stolberg haben eine Schülerfirma gegründet. Die Schülerfirma wird sich mit der Herstellung und der Anwendung von kosmetischen Produkten befassen.
Derzeit befindet sich die Schülerfirma noch in der Gründungsphase. Bewerbungen für eine Mitwirkung in den verschiedenen Abteilungen der Schülerfirma haben die meisten Schülerinnen und Schüler bereits abgegeben und ein Firmenname wurde „Your Beauty AG" auch schon ausgewählt. Schülerfirmen bieten die Chance, eine Geschäftsidee fast wie erwachsene Existenzgründer umzusetzen und solche Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erwerben und anzuwenden, die im späteren Berufsleben von Nutzen sein werden. „Grundsätzlich wird die Mitarbeit in dem Projekt helfen, dass sich die beteiligten Schüler mit ihren Stärken und Schwächen im Hinblick auf einen späteren Beruf besser einschätzen lernen und bei Bewerbungen sicherer und aussagekräftiger in Erscheinung treten können", so Thea Middelkoop-Kempen vom Berufskolleg.
So ganz auf sich alleine gestellt sind die Firmengründer allerdings nicht. Mit dem Aachener Dieter Seyfarth steht ihnen ein so genannter Senioren-Experte mit Rat und Tat zur Seite. Sowohl in theoretischen Fragen (welche Unternehmensform?) als auch praktisch, wie zum Beispiel beim Aufstellen eines Business-Plans. „Ich schiebe nur an", beschreibt Dieter Seyfahrt, einer von rund 300 Senioren-Experten in NRW, seine Aufgabe. Seyfahrt war vor seinem Vorruhestand Banker bei der Deutschen Bank in Düsseldorf. „An der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf liegt doch einiges im Argen", so Seyfahrt, „da will ich mit meiner Erfahrung ganz einfach helfen." Thea Middelkoop-Kempen: „Es hat sich in vergleichbaren Fällen gezeigt, dass die Rolle in einer Schülerfirma die Jugendlichen zu mehr Selbstverantwortung führt." Angemessene Verhaltensweisen würden nicht mehr vom Lehrer, sondern von den Mitarbeitern in der Schülerfirma eingefordert. Die Motivation, Aufträge zu erfüllen und Gewinne zu erzielen sei hoch, da die Schüler sich mit „ihrer" Firma identifizieren, was die Einsicht in den Sinn des Lernens, das Bestreben, Erfolge zu haben und das Erleben eigener Fähigkeiten motiviere. Wie die zahlreichen Beispiele für Schülerfirmen auch belegen, trägt die Mitarbeit in einer Schülerfirma dazu bei, Lernfreude, Leistungsmotivation, Arbeitseinstellung, Aufmerksamkeit, Ausdauer, Arbeitsgenauigkeit, Arbeitstempo, Selbständigkeit, Kontaktfreudigkeit, Ausdrucksvermögen, Kooperationsfähigkeit zu steigern, dazu Einsicht in die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit zu gewinnen und Auseinandersetzung mit falschen Wunschvorstellungen von einer späteren Berufsausübung zu führen. Schülerfirmen leisten einen Beitrag dazu, den Übergang von der Schule in die Berufswelt zu erleichtern. Ziel des Projektes ist nicht die Vorwegnahme einer Ausbildung oder einer Fördermaßnahme; Ziel ist der Erwerb ausgewählter Schlüsselqualifikationen wie Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz. (red)






