Mit Teilnehmern ihrer Grundkurse Evangelische und Katholische Religion im Beruflichen Gymnasium und CTA statteten die Lehrerinnen Dr. Regine Beissmann und Jennifer Brepols den von Bodelschwingschen Anstalten in Bielfeld einen zweitägigen Besuch ab. Die Auseinandersetzung im Unterricht mit diakonischen Leitbildern, Handlungsmöglichkeiten und Projekten erfuhr nun mit dieser Fahrt einen besonderen Höhepunkt. Insbesondere für die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums mit dem Schwerpunkt Gesundheit hatte die Beschäftigung mit dem größten diakonischen Träger Europas das Interesse geweckt, um Arbeitsfelder in der Diakonie kennenzulernen.

Bethel hat neben dem ursprünglichen Schwerpunkt der Epilepsiebehandlung heute auch weitere Bereiche zu bieten, wozu die Behindertenhilfe, Altenhilfe, Jugendhilfe, Hospizarbeit, Therapieangebote für Menschen mit autistischen Besonderheiten oder erworbenen Hirnschädigungen, Psychiatrie und die Versorgung in Akutkrankenhäusern gehören. Diese Schwerpunkte bieten viele Anknüpfungspunkte im didaktischen Lehrplan des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit, sodass die Schülerinnen und Schüler hier über ihr theoretisches Wissen hinaus auch wichtige berufliche Praxiserfahrungen und -kenntnisse in der diakonischen Einrichtung sammeln konnten.

 

So liefen die Praxistage ab:

Am ersten Tag wurde die Gruppe nach dem herzlichen Empfang im Jugendgästehaus „Horeb“ in Bethel offiziell begrüßt und erhielt zunächst allgemeine Informationen über die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und es konnten bereits erste Fragen geklärt werden. Anschließend gab der Film „Für Menschen da sein“ bereits einen guten und informativen Einblick in das Leben und die Arbeit in Bethel. Es folgte eine Phase, bei der sich die Schülerinnen und Schüler in die Situation der Menschen mit Einschränkungen versetzen sollten, beispielsweise durch Hilfsmittel für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer oder sehbehinderte Menschen. Die vielen Eindrücke des Tages wurden schließlich bei einem gemeinsamen Abendessen besprochen und diskutiert.

Der zweite Tag begann mit einer Informationsrunde zu der Erkrankung Epilepsie. Die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums konnten dabei offensichtlich mit Fachwissen glänzen und viele weitere Informationen und Fakten hinzusteuern. Danach folgte ein Gespräch mit Frau D., die selbst unter Epilepsie leidet, in Bethel lebt und arbeitet. Die Schülerinnen und Schüler konnten Fragen stellen und es fand ein interessanter, beindruckender und teilweise auch humorvoller Austausch statt. Bei einem moderierten Rundgang durch die Ortschaft Bethel konnte die Gruppe die Vielseitigkeit dieses Ortes nochmal genauer erleben.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe dann verschiedene Werkstätten, in denen zum Teil Menschen mit Mehrfachbehinderungen arbeiten. Auch dort konnten Fragen gestellt werden. Zum Abschluss wurden die Eindrücke der beiden Tage reflektiert und Berufsinformationen für den sozialen und gesundheitlichen Bereich gegeben.

 

Feedbacks der Schülerinnen und Schüler zu den Praxistagen:

 

Marten, Schüler der 13. Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums:

Vom Ausflug nach Bethel in Bielefeld nehme ich gemischte Gefühle mit. Zum einen ist es interessant zu erfahren, wie der Umgang mit behinderten Menschen sein sollte, da Bethel hier als Vorreiter gilt. Zum anderen ist es aber auch bedrückend, welche Schicksale einen Menschen ereilen können. Uns allen könnte ähnlich Schlimmes passieren!

 

Martin, Schüler des 2. Ausbildungsjahres CTA:

Der Ausflug nach Bethel lehrte mich, dass ein unbeschwertes Leben keine Selbstverständlichkeit ist.

 

Artur, Schüler des 2. Ausbildungsjahres CTA:

Aus Bethel habe ich mitgenommen, dass es manchmal wirklich schreckliche Lebenssituationen gibt, die nur schwer zu bewältigen sind. Allerdings ist es auch super zu sehen, dass es in Bethel genau für diese schweren Lebenssituationen Hilfe gibt. Die Leute machen sich Gedanken und Mühen, um diejenigen zu versorgen, die es selbst nicht mehr können.

 

Marina, Schülerin der 13. Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums:

Die Informationen über die Werkstatt im Bereich Metall waren sehr interessant und ich habe auch Dinge erfahren, die ich noch nicht kannte. Ich finde es sehr schön, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten und -leben, so können sich alle gegenseitig helfen. Dadurch wurde ich sehr von einem „Bethel-Jahr“ inspiriert, sodass ich mich dazu entschieden habe, dieses nach meinem Abitur zu absolvieren.

 

Luna, Schülerin des 2. Ausbildungsjahres CTA:

In den Tagen in Bethel habe ich neue Lebenssituationen kennengelernt, in denen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung an einem Ort zusammenleben. Dass das Leben ohne Beeinträchtigung nicht selbstverständlich ist, merkt man dort besonders. Ich finde es beeindruckend, dass versucht wird, diesen Menschen das Leben so schön wie möglich zu gestalten, dass man ihnen hilft und zur Seite steht. Ich habe sehr viel Neues und Interessantes erfahren, besonders über die Krankheit Epilepsie. Die Fahrt hat sich definitiv gelohnt und ich würde sie jedem empfehlen.

 

Mikael, Schüler des 2. Ausbildungsjahres CTA:

Die Fahrt nach Bethel war sehr lehrreich und ist empfehlenswert. Während des Aufenthaltes nimmt man ständig die familiäre Atmosphäre der Ortschaft wahr. Tagein tagaus spürt man fortwährende Hilfsbereitschaft der Bewohner und Arbeitnehmer, dabei werden Punkte wie Nächstenliebe und die Assoziation eines besseren Lebens in Hoffnung und Wohlstand stets berücksichtigt. Im Zuge dessen hat sich der Ausflug nach Bethel durchaus gelohnt und hat definitiv meinen geistigen Horizont erweitert.

 

Michelle, Schülerin des 2. Ausbildungsjahres CTA:

Von diesem informativen und gedankenanregenden Ausflug nehme ich mit, dass es wichtig ist, dass Menschen mit Beeinträchtigung genauso einen normalen Tagesablauf erleben wie wir. Dass sie gefördert und unterstützt werden, so wie sie es benötigen. Des Weiteren nehme ich mit, dass es wichtig ist, diese Menschen so zu nehmen, wie sie sind, sich für sie einzusetzen und sie beiseite zu nehmen, wenn sie in einer brenzligen Lage sind.

 

Ramona, Schülerin der 11. Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums:

Die Fahrt nach Bethel war sehr informativ. Von einer an Epilepsie erkrankten Person zu hören, wie der Alltag abläuft und wie es ist, mit dieser Krankheit zu leben, war sehr spannend und hat mich als gesunde Person sehr mitgenommen. Außerdem fand ich es sehr schön zu erfahren, dass es Organisationen wie Bethel gibt, welche unter anderem schwerbehinderten Personen auch die Möglichkeit bieten zu arbeiten bzw. einen einigermaßen normalen Alltag zu leben.

 

Dunja, Schülerin der 11. Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums:

Die Fahrt nach Bethel war sehr interessant. Ich war positiv überrascht, dass Menschen trotz einer Behinderung und vielen Einschränkungen versucht haben, ihr Leben wieder schön zu gestalten. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass man den behinderten Menschen einen Arbeitsplatz ermöglicht hat.

 

Bericht: Dr. Regine Beissmann/ Jennifer Brepols

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