Der Todestag des österreichischen Ausnahmekünstlers EGON SCHIELE jährt sich am 31. Oktober 2018 zum 100. Mal. Grund genug, in Zeiten von Bodyshaming und Hassbotschaften im Internet mit Jugendlichen zu untersuchen, was Schieles Werk mit seinem schonungslosen, teilweise brutal expressiven, unverschleierten Blick auf den menschlichen Körper uns heute noch zu geben hat.

Die Studien der jungen Künstler, alle Absolventen der Berufsfachschule für Wirtschaft bzw. Gesundheit und Soziales am BK Simmerath/Stolberg, interpretierten überwiegend Akt-Skizzen. Den Körper betrachten, ihn als etwas Natürliches zu sehen, den eigenen, vermeintlich unvollkommenen Körper so anzunehmen, wie er ist; sich von Hochglanz-Illustrierten zu lösen, sich wohl zu fühlen in seinem eigenen, individuellen und gesunden Körper, zu ihm und damit auch zu sich selbst zu stehen. Dieser Prozess gelingt über das Sehen, Sprechen, Streiten und Darstellen.

So arbeiteten die jungen Künstler frei Hand malend, klebten Skizzen-fragmente collageartig auf, strukturierten mit Pasten, hoben Feinheiten mit Pinsel, Acryl, Buntstift und Kohle heraus, entsprechend ihrer indi-viduellen künstlerischen Begabung. Es entstanden SCHIELE-Gemälde, die es in dieser Form überhaupt nicht gibt und die doch Egon SCHIELE ganz und gar und dazu unverhüllt und gewagt ausdrücken - weniger mit dem Blick auf den nackt dargestellten Körper als auf das geschaffene großartige Werk eines jungen Menschen.

 

Die Ausstellung ist auch im Rahmen der ArtOpen in Eschweiler zu sehen

am 24./25.11.2018 täglich von 11.00 bis 18.00 Uhr