Stolberg. Biologieunterricht im Kindergarten? Chemie und Physik für Vorschulkinder? Was bei vielen Erwachsenen nur zu oft ungute Erinnerungen an schreckliche Unterrichtsstunden in der Schulzeit hervorruft, kann im Grunde selbst die Jüngsten faszinieren und begeistern. Wenn man es richtig anstellt. Diesem Ziel dient ein aktuelles Projekt am Berufskolleg Simmerath-Stolberg, das angehende Erzieherinnen und Erzieher in Kooperation mit der Stolberger Kindertagesstätte am Obersteinfeld durchführen. Ziel ist, konkretes naturwissenschaftliches Lernen ganz selbstverständlich zum Teil des Kindergartenalltages zu machen; dies aber angst- und stressfrei und vor allem spannend für alle. In der Theorie ist das alles eigentlich ganz einfach, denn gerade Kinder sind unglaublich neugierig und immer offen für aufregende Erlebnisse und neue Erkenntnisse. Aber nur zu oft ist diese Theorie weit von der schulischen oder vorschulischen Praxis entfernt… Aber das lässt sich ändern, ist man am Berufskolleg überzeugt. Und so haben sich 40 angehende Erzieherinnen und Erzieher der Fachschule für Sozialpädagogik unter Anleitung ihrer Lehrerin Dorothee Wesselmann aufgemacht, haben pädagogische Konzepte genutzt und weiter entwickelt, haben viel ‚Unterrichts‘material hergestellt und ausprobiert, und sind dann an einem Morgen mit Kisten und Koffern beladen in die Kita gezogen, zum abschließenden Praxistest. Dort herrschte schon erwartungsvolle Spannung, denn zuvor waren die Kinder durch Plakate informiert worden, dass es viel Neues zu entdecken gäbe. Und davon gab es dann auch reichlich: zum Beispiel Experimente mit Magnetismus und Schwerkraft, Versuche mit Wasser und Farbpartikeln und vieles mehr galt es zu entdecken, zu hinterfragen und zu bestaunen. Und schon bestand die Kita nur noch aus kleinen Forschern, die mit leuchtenden Augen experimentierten und – wie etwa die fünfjährige Nikita – feststellten, plötzlich zaubern zu können. Ein voller Erfolg also, denn selten – so Erzieherin Kathy Möllenhoff – habe man die Kinder zuvor so intensiv und voller Begeisterung „arbeiten“, also spielerisch lernen erlebt. Kollegin Kerstin Voss lachte nur „Was für ein toller Vormittag!“(bks)

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