Simmerath. Was lange währt, wird endlich gut, und gut Ding‘ will Weile haben: Selten trafen diese Redensarten so den Kern der Sache, wie gestern auf der grünen Wiese Im Römbchen in Simmerath. Auf dem Gelände des Berufskollegs Simmerath-Stolberg strahlte am Montagnachmittag die Frühlingssonne mit den Beteiligten um die Wette, als mit dem offiziellen ersten Spatenstich der Start für den Bau der neuen Lkw-Fahrzeughalle gegeben wurden. Dass gleich zehn in den Sonne glänzende Spaten aufgereiht waren, mochte wohl symbolisch dafür stehen, dass nun kein Verzug mehr beim Errichten der 400 Quadratmeter großen Fertighalle zu erwarten ist. Zum neuen Schuljahr, das am ersten August 2017 beginnt, sollen die Kfz-Schüler des Berufskollegs am Standort Simmerath nach langer Zeit des geduldigen Wartens endlich unter einem schützenden Dach ihre Fachkenntnisse erwerben können. Das Lernen am Objekt unter freiem Himmel war gerade in der Eifel für die angehenden Berufskraftfahrer nicht immer vergnüglich.

Geschenk zum 150. Geburtstag

Schulleiterin Ingrid Wagner versäumte es daher auch nicht, eine lange Liste von Danksagungen abzuarbeiten, die am Ende dieser nicht immer unumstrittenen Maßnahme zur Umsetzung verhalfen. Am Ende konnte der Zeitpunkt des Spatenstichs nicht besser gewählt sein, feiert doch das Berufskolleg Simmerath in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Dass dieses Geburtstagsgeschenk in Form der neuen Kfz-Halle dann auch noch für Jahrzehnte eine Standortsicherung für Simmerath bedeutet, machte den gestrigen Tag im Beisein zahlreicher Ehrengäste, des Kollegiums und vieler Schüler umso schöner. Rund 600 Schüler werden aktuell am Berufskolleg Simmerath unterrichtet.

Die Schulleiterin erinnerte daran, dass der erste Bauantrag vom 1. Februar 2011 stammt, als man lediglich ein Dach zum Unterstellen der Lkw beantragt hatte.

550 000 Euro kostet die neue Halle, und Städteregionsrat Helmut Etschenberg verheimlichte nicht, dass man sich anfangs mit der Entscheidung „etwas schwer getan“ habe. Immer wieder gab es Diskussionen um den Standort Simmerath und seine Zukunftsfähigkeit aufgrund rückläufiger Schülerzahlen. Als dann auch noch in Köln-Deutz eine Lkw-Halle zu Zwecken der Berufsausbildung errichtet wurde, gab es die nächste Hängepartie für Simmerath.

Mit dem Bau der neuen Halle in der Nordeifel ist nun langfristig Sicherheit geschaffen worden, und Helmut Etschenberg versicherte, dass er sich weiter für eine dezentrale Organisation des Berufsbildungswesens einsetzen werde. Auch die Schülerzahlen steigen wieder an. Wenn demnächst die Schließung eines Berufskolleg-Standorts anstehe, dann werde das im Stadtgebiet Aachen der Fall sein, ließ der Städteregionsrat an Klarheit nichts zu wünschen übrig.

Die neue Lkw-Halle bedeutet laut Etschenberg eine „markante Aufwertung“ des Standortes Simmerath und eine verbesserte Konkurrenzfähigkeit. Für den praktischen Unterrichtet biete das Gebäude neue technische und didaktische Möglichkeiten. Auch überbetrieblicher Unterricht aufgrund von zentralen Ausbildungsmodulen sei jetzt witterungsunabhängig möglich. Zusätzlicher Raum für Laborflächen ermögliche eine Ausweitung der beruflichen Bildung und mache das Berufskolleg Simmerath zu einem wichtigen Kompetenzzentrum.

Freude über das neue Gebäude verspürte man auch bei den Fachlehrern. Helmut Leclere, Abteilungsleiter Kfz am Berufskolleg Simmerath-Stolberg, brachte es auf den Punkt: „Mir taten die Schüler unter freiem Himmel manchmal leid.“ Künftig sei es möglich unter angenehmeren Bedingungen zu lernen. Leclere erinnerte in diesem Zusammenhang an die Vorreiterrolle der Berufskraftfahrer-Ausbildung in Simmerath. Schon 1983 sei hier die erste Landesfachklasse eingerichtet worden.

Dann war es Zeit für den Spatenstich, und beherzt griffen die Akteure mit den blendend neuen Spaten ins Erdreich, um Fakten zu schaffen.(P. St.)

„Die neue Lkw-Halle ist eine markante Aufwertung des Berufskolleg-Standorts Simmerath.“

Helmut Etschenberg, Städteregionsrat

 

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